Freunde und Mitarbeiter des Künstlerhauses


Als Pferdetram ab etwa Vorgeschlagen durch Carl Probst, H.

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Aber auch aus diesem Blickwinkel zeigt sich die Hauptpost als eines der wenigen Bauwerke in Bottrop, das sich im Laufe der Jahrzehnte kaum verändert hat und mit dem sich die Bürger dieser Stadt identifizieren können. Auch das macht eben Geschichte aus: Wer die Wurzeln kennt, fühlt sich hier schneller heimisch. Doch das sei nur mal wieder am Rande erwähnt. Zwar sind die Eingänge der Post im Laufe der Zeit mal hierhin, mal dahin verlegt worden.

Aber der Wiedererkennungswert des Gebäudes ist enorm. Und das nun schon seit Dezember wird das Gebäude eröffnet Foto unten. Auch so gesehen hat sich seit nicht viel geändert. Für die Deutsche Post AG jedoch schon: Das mag den manchmal recht muffigen Umgang mit den Kunden erklären. Und das seit , jenem Jahr, in dem Everding am Damit endet damals ein ungewöhnlicher Lebenslauf, der heute vor 83 Jahren, am Everding wird in eine musikalische Familie hineingeboren.

Ausriss einer Anzeige oben. Cyriakus sitzt, wie der Bayerische Rundfunk in dem wohl besten filmischen Everding-Portät dokumentiert oben. Doch gleich, an welcher Kulturstätte und in welcher Metropole er sich befindet — Everding hat stets mit einem gewissen Stolz gesagt, er sei in Bottrop geboren und habe hier auch das Gymnasium besucht. Um für seine Stadt zu werben, hat er sie, im Stadtgarten auf seinem Stuhl sitzend, auf einem Videoband vorgestellt und verewigt.

Everdings Welt ist vielschichtig. Sie besteht keineswegs nur aus Theater und Oper. Der universell gebildete Generalintendant der Bayerischen Staatstheater plaudert ebenso intelligent wie fachkundig über die Olympischen Spiele und auch über Erziehungswissenschaften oder die Werke von Josef Beuys. Immer wieder, wenn es seine Zeit erlaubt, kommt Everding in seine Heimatstadt Bottrop. Wenn gerade ein Tourneetheater hier gastiert und ein Stück aufführt, das er in der Saison vorher selbst inszeniert hat, ist der international gefragte Kulturpapst vor Ort, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Während der Pause wechselt er dann schnell ein paar Worte mit den Darstellern. Aber die Schauburg-Aufführungen reichen dem jungen Everding nicht. Dort habe er einen Hamlet gesehen, der ihn verändert habe. Die Begegnung hat Folgen. Die Hamburger Staatsoper holt August Everding als Intendant, die Münchener holen ihn zurück und vertrauen ihm als Generalintendant die gesamten bayerischen Staatstheater an. Morgen ist es wieder soweit: In der Einkaufsmetropole Bottrop gibt es — wie schon vor einem Jahr — einen verkaufsoffenen Sonntag ohne Bezug zu irgendwas rechts Plakat-Ausriss.

Warum sollte man sich auch Gedanken über ein interessantes Thema, über attraktive Zusatzveranstaltungen machen? Das haben ja schon die Nachbarstädte Essen, Gelsenkirchen und Oberhausen besorgt, die morgen ebenfalls zum Sonntagseinkauf locken und ihn mit buntem Programm zu einem besonderen Ereignis machen. Um 18 Uhr werden die In Bottrop verzichtet man hingegen auf jegliches Programm. Und selbst herbstliche Dekorationen wird man wohl vergeblich suchen.

Aber das überschaubare Angebot von Wintersocken und Herbst-Bratpfannen in Bottrop wird das kleine Manko von fehlendem Motto, fehlendem Programm und fehlender Dekoration sicher mehr als ausgleichen. Karl Reckmann links , Chef des Bottroper Einzelhandelsverbands, wird auch aufatmen.

Da der morgige Verkaufssonntag zunächst durch ein Bürgerbegehren gefährdet war, hatte Reckmann die Zukunft der Einkaufsstadt Bottrop im Sommer noch in düsteren Farben gemalt: Wenn der offene Sonntag gestrichen werde, erwarte er als mögliche Folgen den Vormarsch von Leerständen, Billigläden und Spielhallen in der City. Da Bottrop morgen auf hat, werden jetzt die Leerstände, Billigläden und Spielhallen wohl endlich zurückgehen.

Oder vielleicht auch nicht? Dazu ein Blick ei n Jahr zurück: Und es gab sogar kuriose Situationen. Fehlte nur ein Zusatz wie: Ein paar Meter weiter bot eine Apotheke den Einkaufswilligen etwas Besonderes an: In einigen Schaufenstern wurde von den Händlern per Plakat sogar darauf hingewiesen: Erstaunlich, dass Bottroper Händler das extra betonen müssen. Und wie handeln sie? Auch darauf gab das Plakat eine Antwort: Krimi, Action, Western, Komödie — alles schon mal gesehen, was es da am Wochen- ende im Fernsehen gibt?

Wie wäre es da mit einem Blick ins Kinopro-gramm? Ach ja, stimmt ja: Wir leben in Bottrop. Aber das war nicht immer so. Zum Beispiel vor 92 Jahren. Da ist Bottrop in Sachen Kino wesentlich weiter als heute — im Jahr eins nach der Kulturhauptstadt Deshalb hier ein Blick auf das, was die Vereinigten Bottroper Lichtspiele ab dem 8.

Juli so zeigen. Und siehe da, alles da: Krimi, Action, Western, Komödie. Geschichte kann ja so fürchterlich frustrierend sein! Vielleicht ist das Fernsehprogramm am Wochenende ja doch nicht so schlecht. Und damit gibt es schon einen wichtigen Tipp für die Beantwortung der Frage: Als Hermann Böckenhoff Bild links am November zum Amtmann, also zum Verwaltungschef, nach Bottrop berufen wird , mag er ahnen, dass er sich auf einen nicht alltäglichen Job eingelassen hat.

Was das dann aber konkret für ihn bedeuten wird, kann er nicht gewusst haben: Es wird eine einmalige und zugleich eine der aufreibendsten Positionen, die in der damaligen Verwaltungsgeschichte zu vergeben sind. Wenige Zahlen reichen, um das deutlich zu machen. Als der Amtmann am 1. Juni stirbt, leben hier 78 Menschen. Wohl nie hat eine Gemeinde in Deutschland in so kurzer Zeit den Wandel von einem dörflich geprägten Gemeinwesen zu einer Industriestadt vollziehen müssen.

Amtmann Böckenhoff, der in den Aufzeichnungen fast nur so bezeichnet wird — als wenn er keinen Vornamen hatte. Der Plan für das Rathaus aus dem Jahr Der Turm wird jedoch anders gebaut.

Und auch die durchgängig geplanten Arkaden werden nicht so verwirklicht. Was die Bottroper Verwaltung in den knapp 20 Jahren der Ära Böckenhoff zu leisten hat, zeigt auch ein Blick auf die Bildung, die zu den wichtigsten Aufgaben der Gemeinden gehört: Und was macht dieser Amtmann den lieben, langen Tag sonst noch so? In seiner Schaffenszeit beginnt der Bau des monumentalen Bottroper Rathauses, das dennoch bald wieder zu klein sein wird, wie damals das alte Amtshaus. Zunächst durch den Personalschwund.

Denn im Laufe der Jahre werden immer mehr Verwaltungsmitarbeiter an die Fronten geschickt — und kommen oft nie wieder. Gegen Ende des Krieges kommen auf die Gemeinde zudem immer mehr Aufgaben zu, wie zum Beispiel die Versorgung der Bevölkerung mit den rationierten Lebensmitteln. Obwohl sich Böckenhoff nach den Überlieferungen während der Kriegszeit keinen freien Tag gönnt, muss er immer wieder Kritik einstecken, wenn es mit der Nahrungsmittelversorgung mal wieder nicht so läuft, wie es sich die Bürger wünschen.

Aus der Würdigung, die am 3. Heute vor genau Jahren, am Kommen Sie mit auf eine Zeitreise entlang der langen Leitung. An das Telegrafennetz zur Übermittlung von Telegrammen ist das Dorf zwar schon seit angeschlossen, aber wann hier zum ersten Mal ein Telefon klingelt, lässt sich nur ungenau rekonstruieren. Es dürfte auf einer Zeche gewesen sein, die über Fernsprechvermittlungen in Nachbarorten an das Telefonnetz angeschlossen sind.

In Bottrop dauert es bis zum Das Netz wächst langsam. Und somit ist klar, dass auch die zweite Leitung nicht ausreichen wird. Zumal der eher konservative Amtmann p lötzlich Geschmack an den neuen Kommunikationsmöglichkeiten findet: Die zweite Leitung muss dem Verwaltungschef ständig zur Verfügung stehen. Der schnellere Informationsfluss leitet eine Modernisierung der Verwaltung schlechthin ein.

Völlig neue Richtlinien werden in den kommenden Jahren für einen rascheren Verwaltungsbetrieb ausgearbeitet. Der Fortschritt in Bottrop ist nicht zu bremsen. So bleibt es 28 Jahre lang. Kein Vergleich zu heute. Nun ist alles anders.

Denn die Verwaltung ist nicht nur über 90 Kommunikationsleitungen mit der Welt verbunden. Die Stadtmitarbeiter nutzen auch Handys , das sind Geräte mehr als vor sechs Jahren.

Statt über das bestehende Telefonnetz sprechen die Rathaus-Mitarbeiter an den 29 Verwaltungsstandorten im Stadtgebiet intern längst per Glasfaser oder Funk über das Datennetz. Über Telefongeräte werden dabei genutzt. Nun, das wird bei solchen Anlässen meist verkündet. Doch was tatsächlich wird, wenn die notwendige Kohle ab von weither nach Bottrop transportiert werden muss, kann nur die Zukunft zeigen.

Klar ist auf jeden Fall: Mit diesem Verkauf geht eine Ära zu Ende. Die direkte Konzern-Verknüpfung zwischen Bergbau und Kokerei wird gekappt. Grund genug für eine Zeitreise zu den Anfängen des Bottroper Bergbaus, der zugleich auch der Anfang der Kokereien ist. Dazu geht es Jahre zurück — in das Dorf Bottrop des Jahres Das offiziell in Bottrop gern genommene Datum für den Start in die Püttzeit ist nicht korrekt.

Zu jenem Zeitpunkt, zehn Jahre nach der Stadtwerdung Bottrops , sind hier schon sieben Schachtanlagen tätig. Alle haben zunächst ihre eigenen Kokereien. Doch das ist auf Dauer nicht wirtschaftlich. Dafür werden viele Zechenkokereien dicht gemacht. Um — die Kriegsproduktion der deutschen Wirtschaft läuft auf Hochtouren — sind es 1,8 Millionen Tonnen.

Im Februar geht das Werk im Bombenhagel der Alliierten unter. Der Wirtschaftswunder-Aufbau nach dem Zweiten Weltkrieg geht zügig voran. Auch die Stadt Bottrop will sich offenbar modern geben und präsentiert sich in der Werbung ab Mitte der er Jahre ganz in Kohlrabenschwarz. Mit einem düsteren Plakat wirbt das Rathaus viele Jahre lang für Bottrop — und wundert sich bis heute darüber, dass es so schwer ist, vom Kohlenpott-Image wegzukommen.

Doch was so steril wirkt, in den an Zahlen entlang geschriebenen Geschäftsberichten, sieht in der Wirklichkeit durchaus anders aus. Doch wer nur mal so an der Kokerei vorbeigehen kann und nicht im Bottroper Süden leben muss, der kann die gravierenden Umweltbelastungen in jener Zeit natürlich mit folgendem Satz leicht zur Seite schieben: Doch wer will schon die westdeutsche Wirtschaftskraft durch Kritik an den Umweltbelastungen für den Bottroper Süden schmälern?

Die Investitionen gehen nach Firmenangaben auch in die neue Gasentschwefelungs- und Schwefelsäureanlage sowie in die Gewinnung von Wasserstoff aus Koksofengas und in eine neue Benzolfabrik. Zum Beispiel wieder in Entstaubungsanlagen. Und wie sieht die zukünftige Geschichte der Kokerei aus? So ist nicht nur die Zukunft der Kokerei am Standort Bottrop, sondern auch die der Arbeitsplätze nach Beendigung des subventionierten Steinkohlenbergbaus Ende sichergestellt.

Diese Nebenprodukte, die beim Verkokungsprozess anfallen, sind schon seit jeher mindestens genauso wichtig für die Industrie wie der Koks für die Stahlkocher.

Und so schreibt der zuvor zitierte journalistische Kokerei-Besucher schon Jede Stadt braucht manchmal einen Oberbürgermeister von der schlitzohrigen Sorte , um für die Stadt etwas zu erreichen oder gar, um ihre Zukunft zu sichern. Bottrop hat damit in der Vergangenheit stets Glück gehabt: Juni eröffnet wird.

Dieser Tag ist das Ziel unserer heutigen Zeitreise. Und die steckt voller Überraschungen. Das Marienhospital allein reicht für die bald 80 Einwohner zählende Stadt nicht mehr aus. Als Träger des zweiten Bottroper Krankenhauses ist schnell die Sozialversicherung der Bergleute ausgeguckt, die sich seit Ruhrknappschaft nennt und die im Ruhrgebiet schon mehrere Kliniken betreibt.

Auch das Grundstück ist bald gefunden: Fotos oben und unten: Die Umgestaltung der alten Fassade nimmt dem Krankenhaus momentan nach und nach seine architektonische Identität. Aber da ist doch gar keine Grenze, werden viele Leser einwenden. Heute nicht, heute beginnt Osterfeld und damit Oberhausen erst am Revierpark. Doch die kommunale Neuordnung des Ruhrreviers steht bevor. Zur Erläuterung des Zusammenhangs wechseln wir jetzt einmal den Blickwinkel und sehen das ganze Projekt aus Osterfelder Sicht.

Zudem hatte Bottrop eine Abgeordnete im Landtag in Berlin und damit direkten Zugang zur Landesregierung, die damals im Gegensatz zu heute, in Berlin residierte. Dies war die Zentrums-Abgeordnete Elisabeth Giese. Derselben Partei gehörte auch der damalige Oberbürgermeister von Bottrop, Dr. Somit liegt das gerade fertiggestellte Krankenhaus nun vollständig in Bottrop, und die Vonderorter versuchen gerade, Bottroper zu werden. Einige sollen das ja bis heute noch nicht geschafft haben, was aber vielleicht dran liegt, dass Vonderort nicht nur nach Bottrop, sondern auch vom Rheinland nach Westfalen exportiert wird.

Dafür haben die Neu-Bottroper jetzt aber auch eines der modernsten Krankenhäuser des Ruhrgebiets gleich um die Ecke. Juni imposant zu wirken. Breit ausladend in betont ruhigen Linien nimmt der dreiflügelige Gebäudekomplex unseren Blick gefangen… Rechts und links vom Vorplatz postieren sich die Wohnhäuser des Chefarztes und Oberarztes… Der linke Flügel ist als das eigentliche Krankenhaus anzusehen. Der gesamte Küchenbetrieb ist vollständig elektrifiziert, so dass die modernsten Küchengeräte eingesetzt werden können.

Damit das funktioniert hat das RWE — auch das gibt es damals schon — für das Krankenhaus eine eigene Trafostation gebaut. Und irgendwie haben sich bei der Krankenhausplanung die Technik-Freaks auch sonst ausgetobt: Alle Zimmer haben einen Radio-Anschluss! Na und, wird da so mancher sagen. Was ist das Besondere? Radiogeräte finden sich damals nur in wenigen Bottroper Haushalten — aber schon im Krankenhaus.

Franzosen und Belgier besetzen das Ruhrgebiet. Sie wollen die per Reparationsvertrag festgesetzten Kohlelieferungen kontrollieren. Kohle, die auch auf Bottroper Zechen abgebaut wird. Schwarz wie Kohle sind auch die Truppen aus dem Senegal, damals französische Kolonie. Für viele Ruhrpottler ist es die erste Begegnung mit dunkelhäutigen Menschen. Ein Heer von etwa Soldaten ist in die Städte des Ruhrgebiets eingezogen — und die Bevölkerung ist entsetzt.

Und nicht nur sie. Drei Jahre zuvor war er noch Vorsitzender der Reparationskommission im französischen Senat. Dort setzte er sich rigoros für die Erfüllung des Versailler Vertrages ein. Als absoluter Gegner der Verständigungspolitik eines Aristide Briand provozierte er dessen Sturz und hatte damit grünes Licht für seine harte Linie.

Er verschärft die Vorschriften, um den heimlichen Widerstand der Kumpel zu brechen. Zunächst verhängt er den Belagerungszustand. Jeder muss ständig seinen Personalausweis vorweisen können, will er nicht verhaftet werden. Die Bottroper Bergleute versuchen auf ihre Art, die Reparationen zu hintertreiben. Sie verhindern schlicht und einfach die Kohlelieferungen. Als die Franzosen die Transporte selbst übernehmen, versenken Kumpel in Bottrop bei Nacht sowohl unterhalb des Bottroper Hafens als auch oberhalb jeweils einen Lastkahn.

Damit ist der Transportweg per Schiff auf dem Rhein-Herne-Kanal oben eine Ansichtskarte auch mit französischer Beschriftung für etliche Wochen blockiert. Die Bevölkerung von Wesel bis Dortmund und vor allem die Püttleute aber lassen sich nicht einschüchtern. Sie verhindern weiterhin Kohletransporte nach Frankreich. Auch, als es den Besetzern nach Wochen langer Arbeit endlich gelungen ist, die versenkten Lastkähne im Bottroper Hafengebiet zu entfernen. Das aber hinderte den Widerstand nicht, weiter erfinderisch zu wirken.

Die Wassermassen stürzen in die Emscher, fegen mit ihrer Gewalt etliche Holzbrücken weg. Der Kanal-Wasserspiegel sinkt und die Wache schiebenden Franzosen staunen: Das Kanalbett läuft trocken und die Kohlekähne kippen um. Damit stehen die Besatzer vor einem Problem. Sie sind ihrer eigentlichen Aufgabe, die Kohlelieferungen zu garantieren, schlichtweg beraubt. Zwar reagieren die Franzosen mit Verhaftungen, doch können sie den Vorwurf der Sabotage nie beweisen.

Die Verhafteten werden wieder aus den Gefängnissen entlassen. Januar endet die die Besetzung des Ruhrgebiets. Die pfiffigen Kumpel aber haben Widerstand geleistet. Sie ist aber keine Bottroperin, sondern kommt aus Essen. Als Pferdetram ab etwa Denn es ist nicht die Vestische, als späterer Bottroper Haus- und Hof-Verkehrsbetrieb, der eingangs des Jahrhundert die moderne Transporttechnik nach Bottrop bringt.

Die Vestische ist noch nicht soweit. Doch der wird nicht lange nachhallen. In der Folge spielt der öffentliche Nahverkehr in Bottrop bald — und das bis heute — nur noch eine Nebenrolle. Um Mitternacht fährt die letzte Bahn ein. Über drei Jahrzehnte sind seitdem vergangen. Damals startet sie die Nahverkehrsverbindung zwischen Bottrop und Gladbeck mit der Linie Bereits ein Jahr später notiert sie in ihrem Jahresbericht eine Schienenstrecke zwischen Bottrop und Gladbeck von 18,1 Kilometern Länge.

Schon damals sitzen die ersten Frauen an der Kurbel, also der Steuerung der Bahnen. Zu ihnen gehört die Bottroperin Klara Diehl. Lebte sie noch, wäre sie heute weit über Jahre alt. Sie sorgen dafür, dass die Bottroper auch während des Zweiten Weltkriegs und in den ersten Jahren danach nach Essen, Gladbeck, Sterkrade, Osterfeld oder Gelsenkirchen gelangen.

Trittbrettfahrer — ein noch heute gängiger Begriff — gehören in den Jahren bis zum gewohnten Bild. Die Wagen sind überfüllt. Mit Mühe drängen sich die Schaffnerinnen durch, verkaufen Fahrscheine, knipsen Wochenkarten ab.

Trittbrettfahren war zwar nicht erlaubt, doch die meisten Schaffnerinnen drücken beide Augen zu. Doch zurück zu den Anfangsjahren der Vestischen in Bottrop. Es verbindet bald Bottrop-Mitte mit dem Stadtteil Boy. Jahre später folgt die Verbindung mit Prosper II. Genutzt wird er bis Heute befindet sich dort das Brauhaus Bottich.

Immerhin ist das Depot bis zuletzt Standort von 50 Bussen, die dort auch gewartet werden. Über ihr längstes Schienennetz verfügt die Vestische Damals sind es Kilometer. Zwei Jahre später beginnt es zu schrumpfen. Übrigens werden die Linien nicht immer durch Ziffern gekennzeichnet. Im ehemaligen Depot gastieren Jazz-Bands. Über die Schienen aber rollt in der Nacht vom November die alte Linie 17 der Vestischen das letzte Mal.

Die Einen befürworten den Währungswechsel, die Anderen lehnen ihn ab. Besetzung 16 1 Mk. Besetzung 17 2 Mk. Besetzung 18 3 Mk. Besetzung 19 5 Mk. Marke mit einer Hauptnummer Weltkrieg Viele wertvolle Marken. Die wertvollste 25 Lira schwarzblau mit dreizeiligem Aufdruck. Sehr wertvoll auch die 50 Lira. Die blaugrüne Farbe war für den Wert zu 6 Kreuzer vorgesehen und anscheinend kam es zu einer Vertauschung des Papiers.

Farbfehldruck Baden 9 Kreuzer schwarz auf blaugrün Die aktuell teuersten laufenden deutschen Briefmarkenlose bei eBay. Diese Marke wurde zuletzt im Jahr an John Dupont für In letzter Vergangenheit ist der Verdacht aufgekommen, dass es sich bei dieser Ausgabe um eine Mache handelt. Die Marke wurde am Senf von Im Jahr notierte die orangene Mauritius im Michelkatalog Im Jahr notierte sie bereits einen Sammlerwert von Senf von Im Jahr notierte die blaue Mauritius im Michelkatalog Senf von Im Jahr notierte sie im Michelkatalog Lebanon 5 Cents, , Postmeister in Mt.

Im Jahr notierte sie im Michelkatalog Der auf der "WIPA " ausgestellte " Zinnober Merkur " gilt als der am schönsten, erhalten gebliebene und hat einen Schätzwert von Im Februar wurde eine perfekt erhaltene 27 Parale alleine für Bislang nur zwei Exemplare bekannt.

Die Marke wurde von einem schwedischen Händler in Kundenauftrag erworben. Daher ist der neue Besitzer unbekannt.

Schon verkaufte er die Marke für "lächerliche" 7 schwedische Kronen an den Briefmarkenhändler Heinrich Lichtenstein in Stockholm. Bis wechselte der Besitzer noch mehrmals.

Jedes mal mussten die neuen Besitzer jedoch immer mehr Geld anlegen. Islamischer Fundamentalismus in Deutschland. Sie durchquerten Afghanistan und erreichten Persien. Jahrhunderts gab es Sinti und Romagruppen auf dem Balkan, erreichen sie Böhmen, werden sie urkundlich in Deutschland erwähnt. Sie gaben sich als Pilger aus, Geleitbriefe wurden ihnen ausgestellt. Geleitbrief König Sigismunds, ausgestellt am April in der Zips Slowakei: Es hat uns gefallen, ihr ehrerbietiges Anliegen zu erhören und ihnen den vorliegenden Brief nicht zu verweigern.

Wenn mithin der besagte Ladislaus und sein Volk an irgendeinem Ort Unseres Reiches erscheinen, empfehlen wir Euch, ihnen Eure Treue gegen uns kundzutun. Ihr werdet ihnen Schutz jeder Art gewähren, auf dass sich der Woiwode Ladislaus und die Zigeuner, seine Untertanen, innerhalb Eurer Mauern aufhalten können, ohne Schwierigkeiten zu begegnen.

Jahrhundert fällt also der Beginn der Sinti und Roma-Verfolgungen. Jahrhundert gibt es zahlreiche Hinrichtungen und Verteibungen. Im Fürstentum Bayreuth wurden an einem Tag fünfzehn Zigeunerinnen gehenkt. Auf einer Tafel stand: Zu Beginn des In Baden-Württemberg wurden zwischen und die Sinti und Romagruppen aufgelöst und in Einzelfamilien über das Königreich verteilt. In Dörfern sollten sie Unterkunft und Hausrat bekommen.

Die Erwachsenen wurden zur Arbeit gezwungen. Der Versuch scheiterte, weil die Verwandten rasch wieder zusammenzogen. In Friedrichslohra sollte ein Sinti und Romadorf geschaffen werden. Es wurde nach einiger Zeit aufgegeben. So zogen Sinti und Roma in die Städte. Die Männer trieben Handel, während die Frauen bettelten und wahrsagten.

Robert Ritter einen wissenschaftlichen Anstrich bekommen. Diese Gutachten dienten als Grundlage für die späteren Deportationen. Weitere Pläne gab es Die Arbeitsbedingungen in den Rüstungsbetrieben waren ähnlich grausam wie in den Konzentrationslagern. Arbeitszeiten von 12 bis 15 Stunden waren mit schlechter Ernährung verbunden. Unterernährung und Krankheit waren die Folge. April ordnete Himmler die erste Deportation ganzer Familien an.

Die Deportationszüge mit 2. Bis Ende werden rund Im Januar werden 5. Dezember traten eine Reihe von Erlassen in Kraft, denen ab März intensive Verfolgungen der letzten Er schickt mehrere hundert Sinti und Roma ins Gas. Im Juli lebten noch 6. Von den deutschen und österreichischen Sinti und Roma wurden über Juni wurden im Zuge einer vom Reichskriminalpolizeiamt angeordneten Aktion Sint- und Roma-Frauen aus Niederöstreich und dem Burgenland verbracht.

Im Dezember dieses Jahres gab es fast 2. Seit dem Frühjahr wurden nach und nach die meisten Frauen der Sinti und Roma den Rüstungsbetrieben überstellt. Ein zwölfstündiger Arbeitstag war nicht selten. Schläge bei der Arbeit waren häufig. Aufseherinnen dieser Art waren keine Seltenheit. Ich war in der Mattenflechterei, in der Nähstube, ich habe Häuser mit gebaut und Gräben ausgeschachtet. Ich habe im Wald gearbeitet, Loren gefahren und Kähne mit Steinen entladen.

Der jüdische Häftling berichtet darüber: Ein SS-Mann stellte sich auf den Delinquenten. Nachher erhielt der Gefangene noch Schläge auf den Kopf. Zu guter Letzt wurde er rücklings an Ketten am Fenstergitter aufgehängt.

So endigte sein Leben. Sie wurde erst offiziell aufgelöst. Während gegenüber den überlebenden Juden auf Grund des Drucks seitens des Staates Israel das Bedauern für die Nazi-Verbrechen ausgedrückt und seit praktiziert wurde, erfuhren die Sinti und Roma keine staatliche Anerkennung der gegen sie verübten Verbrechen- wer hätte sie auch durchsetzen können. Ihnen gegenüber setzten sich ungebrochen administrative Strukturen der Ausgrenzung und Diskriminierung durch, wie besonders die Arbeit der Polizei zeigt.

Den Geist der Nachkriegszeit verkörpert ein richterlicher Ausspruch von Sie wurden von der UNO als Nation anerkannt. Nur so werden wir in der Öffentlichkeit respektiert. Aktuelle Zustände in der Bundesrepublik: Etwa 10 Millionen in Europa. Sie nennen sich Rom, d. Als Mensch gesehen und behandelt zu werden ist eigentlich nur eine Selbstverständlichkeit. Drei Viertel von ihnen fühlten sich schon häufiger diskriminiert, kam dabei heraus, vor allem bei Arbeits- und Wohnungssuche.

Trotz der Frist vom Juli hat Deutschland bisher keine umfassende Antidiskriminierungsgesetzgebung geschaffen, die mit der EU-Gleichbehandlungsrichtlinie konform geht. Oft sogar mit einem Schild.

Manchmal werden sie nicht bedient. Ein städtischer Beamter berichtete, die Stadt habe einer Zigeunerfamilie, die sich bereiterklärte, aus Hersfeld wegzuziehen, die Umzugskosten in Höhe von ,- DM erstattet. Im Kistnergrund lebt eine Sinti-Frau mit sieben Kindern in zwei feuchten, kalten, schlecht beheizten Räumen. Verursacht durch diese katastrophalen Wohnverhältnisse gibt es reichlich Krankheiten — Bronchitis, Ischias und Rheuma. Ganz in der Nähe noch ein Phänomen, das auch anderswo in Deutschland zu verzeichnen war: Josef Lehmann erfuhr von dieser Veranstaltung und sagte zu Hause: Zeitler, um ein Verbot zu erreichen.

Rechtlich war das nach seiner Einschätzung nicht möglich. Aus der Demonstrantengruppe wurden Roma ergriffen und vor Gericht gestellt. Die Söhne wurden als notorische Schläger dargestellt. Angegriffen wurde auch die Verteidigerin der Roma, Frau Sobeck, die sich seit damals vierzehn Jahren für diese Bevölkerungsgruppe eingesetzt hat.

Das Urteil wurde am Nach der Revisionsverhandlung wurden die Strafen noch herauf gesetzt. Luise Rinser, Wer wirft den Stein? Zigeuner sein in Deutschland. Da ich damals in Würzburg wohnte, kann ich mich an die Ereignisse noch unscharf erinnern -C. Ovando war genau so grausam wie die Kolonisatoren Cortez und Pizarro. Sie waren für die Arbeit in den Gold- und Silberminen besser geeignet. Jahrhunderts war das Zuckerrohr von Java auf die Antillen eingeführt worden- hierdurch wurde eine Revolution ausgelöst.

Fruchtbare Ebenen verwandelten sich in Zuckerrohr- und Baumwollfelder, an den Berghängen wurden Kaffeesträucher gepflanzt. Die Hälfte des Bodens wurde landwirtschaftlich genutzt. Ein Kenner beschrieb die wirtschaftliche Bedeutung der Insel für Frankreich: Der französische Anteil der Insel Santo Domingo sei von allen Besitzungen Frankreichs in der neuen Welt der wichtigste wegen der Reichtümer, den er dem Mutterland liefere. Santo Domingo war in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts die produktivste Kolonie, die Englands Vorherrschaft auf dem Weltmarkt bedrohte.

Die britische Agitation zur Abschaffung des Sklavenhandels bedrohte die wirtschaftlichen Grundlagen der französischen Kolonien. Wir verbieten den Sklaven, sich unter dem Vorwand von Hochzeiten oder anderen Vorgaben bei Tag oder bei Nacht an entlegenen Orten zusammenzurotten, bei Strafe körperlicher Züchtigung, welche wenigstens in Staupenschlägen und Brandmarkung bestehen soll und im Falle mehrfacher Wiederholung und anderer erschwerender Umstände bis zur Todesstrafe gesteigert werden kann, was wir dem Ermessen der Richter überlassen….

Wir erlauben allen unseren die Inseln bewohnenden Untertanen, sich aller ohne Erlaubnisschein der Herren in den Händen von Sklaven befindlichen Waren zu bemächtigen.. Die Sklaven, welche ihren Herrn, seine Gattin oder Beischläferin oder seine Kinder ins Gesicht blutig geschlagen haben, sollen mit dem Tode bestraft werden.

Entwendungen von Schafen, Ziegen, Schweinen, Geflügel, Zuckerrohr, Erbsen, Manioc oder anderen Hülsenfrüchten, welche sich Sklaven haben zu Schulden kommen lassen, sollen nach Beschaffenheit des Diebstahls gerichtlich bestraft werden, und diese Strafen sollen erforderlichenfalls in Staupenschlag und Brandmarkung der Schultern bestehen können. Einem entflohenen Sklaven, welcher einen Monat abwesend geblieben ist, sollen die Ohren abgeschnitten und er soll auf einer Schulter gebrandmarkt werden; bei einer wiederholten Flucht sollen ihm die Kniekehlen zerschnitten und die andere Schulter gebrandmarkt werden; das dritte Mal wird er mit dem Tode bestraft.

Der Selbstmord war eine weit verbreitete Art des Widerstandes. Man glaubte, nach dem Tode in die afrikanische Heimat zurückzukehren. Häufig fügten sich die Sklaven Verletzungen zu, um arbeitsuntauglich zu werden.

Das verbreitetste Mittel des Widerstandes war die Flucht. Diese rekrutierten sich überwiegend aus afrikanischen Sklaven, während die in der Kolonie geborenen das Risiko der Flucht scheuten. Nach dem Ausbruch des Sklavenaufstandes wurde die Flucht zum Massenphänomen. Ein weiteres Mittel der Gegenwehr war das Gift, das von den pflanzenkundigen Schwarzen in seiner Wirkung beherrscht wurde. Immer wieder gab es rätselhafte Todesfälle an Vieh und Menschen. Besonders markant war der Fall des Voodoopriesters Mackandal.

Eine weitere Art des Widerstandes war die Abtreibung, die trotz Verbotes bei den Schwarzen weit verbreitet war.

Die Todesfälle übertrafen die Geburten. Von einer Million eingeführten Sklaven lebte nur noch weniger als die Hälfte. Eine Art Sklavenaristokratie bildeten die Domestiken oder Haussklaven. Es handelte sich dabei um kreolische Schwarze, die als zivilisierter galten als afrikanische Neuankömmlinge. Die Mulatten probten als erste den Aufstand im Namen der Menschenrechte, ohne allerdings für die Freiheit ihrer eigenen Sklaven einzutreten.

Der Aufstand wurde niedergeschlagen und die Anführer hingerichtet. Er überschwemmte bald die gesamte Kolonie und gilt als Beginn der Haitianischen Revolution.

Sie hatte inzwischen die Aufhebung der Sklaverei verkündet. Im Juni wurde er durch Verrat festgenommen und nach Frankreich deportiert, wo er auf Befehl Napoleons in Fort de Joux inhaftiert wurde und am Jean-Jaques Dessalines, der Nachfolger Louvertures, vertrieb in blutigen Gefechten die durch Krankheit geschwächten französischen Soldaten und Pflanzer. Die Freiheit von Sklaverei wich einer neuen ungerechten Herrschaft. Ganz feudal handelte es sich um einen dreistöckigen Monumentalbau mit Kronleuchtern, Wandtäfelungen Marmor, edlen Teppichen und feinen Bädern.

Dazu kam es nie. Die Beziehungen zu den Inselnachbarn waren indes nicht ungetrübt. Bürgerkriege herrschten im Land. Die Insel war endgültig geteilt. Vierzehn Herrscher regierten in Haiti zwischen und Der Staat wurde zur Beute der herrschenden politischen Klasse. Bauern wurden von machthungrigen Potentaten rekrutiert, um gegeneinander zu kämpfen. Dabei wurden bedenkenlos gewaltsame Methoden angewandt.

Die Grundstrukturen erhielten sich über die Jahrhunderte. Von bis besetzten die Vereinigten Staaten Haiti, die Finanzverwaltung behielten sie sogar bis Grund für die Invasion war nach Angaben der Amerikaner die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung; kurz vorher war der Präsident Guillaume Sam ermordet worden. Als eigentlicher Hintergrund kann die Sicherung wirtschaftlicher und geostrategischer Interessen angesehen werden.

Der Panamakanal wurde nämlich eröffnet. Nach der Ansicht mancher Historiker richtete sich die Intervention gegen die deutschen Interessen in Haiti. Washington fürchtete Flottenstützpunkte des Deutschen Reiches in der Karibik. Ein rassistischer Dünkel gegen Schwarze und Mulatten demütigte diese.

Erlasse von Talaat Pascha, dem türkischen Innenminister…Echtheit ist umstritten Fälschung wird unterstellt. Wir empfehlen Ihnen, sowohl Frauen als auch Kinder den Verordnungen zu unterwerfen, die Ihnen bereits für den männlichen Teil der bekannten Personen vorgeschrieben sind, und für die Aufgaben vertrauenswürdige Beamte zu bestimmen.

September Minister des Innern Talaat. Das Recht der Armenier, auf dem Gebiet der Türkei zu leben und zu arbeiten, wird gänzlich abgeschafft. Die Regierung, die in dieser Beziehung jede Verantwortlichkeit übernimmt, hat befohlen, nicht einmal die Kinder in der Wiege zu lassen. In einigen Provinzen hat man die Ausführung dieses Befehls gesehen. Aus uns unbekannten Gründen macht man dort Ausnahmen mit Personen, die, anstatt an den Ort ihrer Verbannung geschickt zu werden, in Aleppo belassen werden, und stellt dadurch die Regierung vor neue Schwierigkeiten.

Lassen Sie, ohne Gründe anzugeben, Frauen oder Kinder, wer sie auch immer sein mögen, sogar diejenigen, die nicht gehen können, von dort abziehen, und geben Sie der Bevölkerung keine Veranlassung, sie zu verteidigen.

Die Bevölkerung setzt aus Unwissenheit ihre materiellen Interessen über ihre patriotischen Gefühle und ist nicht imstande, die hohe Politik, die, die Regierung damit verfolgt, zu würdigen.

Im Hinblick darauf, dass die anderswo im direkt verübten Unterdrückungsverhandlungen — Härte, Marschbeschleunigung, Scherereien unterwegs — dort direkt sicher gestellt werden können, halten Sie unablässig ohne Zeitverlust darauf. Das Kriegsministerium hat alle Heereskommandos benachrichtigt, dass die Etappenkommandanten sich in die Verschickung der Deportierten nicht einmischen sollen.

Benachrichtigen Sie die Beamten, die diese Angelegenheit übernehmen, dass sie ohne Furcht vor Verantwortlichkeit darauf hinwirken müssen, den wirklichen Zweck zu erreichen.

Es ist bereits mitgeteilt worden, dass die Regierung auf Befehl des Djemiet beschlossen hat, alle Armenier, die in der Türkei wohnen, gänzlich auszurotten. Ohne Rücksicht auf Frauen, Kinder und Kranke, so tragisch die Mittel der Ausrottung auch sein mögen, ist, ohne auf die Gefühle des Gewissens zu hören, ihrem Dasein ein Ende zu machen September Minister des Innern Talaat …………………………..

Wir erfahren, dass Leute aus dem Volke und Beamte sich mit armenischen Frauen verheiraten. Ich verbiete dies streng und empfehle dringend, dass die Frauen dieser Art nach ihrer Trennung in die Wüste verschickt werden. Wir erfahren, dass die kleinen Kinder der bekannten Personen, die aus den Vilajets Sivas, Mamouret ul-Asis, Diarbekr und Erserum verschickt sind, als Waisen und weil ohne Unterstützung infolge des Todes ihrer Eltern, von muselmanischen Familien adoptiert oder als Dienstboten angenommen wurden.

November Minister des Innern Talaat. Chiffrierte Depesche des Ministers des Innern an die Präfektur von Aleppo Obgleich ein ganz besonderer Eifer für die Ausrottung der fraglichen Personen bewiesen werden sollte, erfahren wir, dass jene an verdächtige Orte, wie Syrien und Jerusalem, geschickt werden.

Dergleichen Duldsamkeit ist ein unverzeihlicher Fehler. Der Ort der Verbannung derartiger Unruhestifter ist das Nichts. Ich empfehle Ihnen, danach zu handeln. Dezember Minister des Innern Talaat …………………….

Lassen Sie gefährliche Personen dieser Art verhaften und beseitigen. Dezember Minister des Innern Talaat. Zu den Behauptungen, die Erlasse seien gefälscht, kann gesagt werden, dass trotz offenkundiger Unstimmigkeiten bei den Daten, eine Ähnlichkeit der Dokumente des Aram Andonian mit Dokumenten bei den späteren Kriegsverbrecherprozessen gegen die Jungtürken nachgewiesen wurde.

Aus einem Gespräch des amerikanischen Botschafters Henry Morgenthau sen. Die Art und Weise, wie vorgegangen würde, entspräche dem, was sie offiziell beschlossen hätten. Er sagte, ich sollte nicht glauben, über die Deportationen sei in Eile entschieden worden. Diese wären in Wirklichkeit das Ergebnis langer und gründlicher Beratung. Ich habe nicht die Absicht, Verantwortung auf Untergebene abzuschieben. Ich beabsichtige, die Verantwortung für ausnahmslos alles zu übernehmen, was geschah.

Wir sind in der Türkei wirklich die Herrscher und kein Untergebener würde bei einer Sache dieser Bedeutung wagen, ohne unsere Befehle zu handeln. Ismail Djanbolat,der Chef der Sicherheitspolizei im Innenministerium erklärte Ende Juni dem deutschen Generalkonsul Mordtmann, man habe beschlossen. Botschafter Wangenheim meinte dazu am 7. Der Mutesharif von Musch, ein sehr enger Freund Enver Paschas, erklärte recht offen, dass sie die Armenier bei der ersten sich bietenden Gelegenheit massakrieren und die ganze Nation auslöschen würden.

Bevor die Russen anrückten, wollten sie zuerst die Armenier abschlachten und dann gegen die Russen kämpfen. Alle diese Einzelheiten zeigen so klar wie nur etwas, dass das Massaker genau geplant war. Marcher, eine dänische Missionsschwester in deutschen Diensten, hat am Der Vali hatte ihm nachdrücklich dargelegt, die Armenier in der Türkei müssten und würden ausgelöscht werden.

Das Telegramm lautete ungefähr in diesem Sinne: Es war für mich unmöglich, zu denken, dass ein ganzes Volk durch Massakers sollte vernichtet werden; das ist in der Geschichte noch niemals vorgekommen. Was bedeutet das, ich verstehe es nicht. Ich bin nur noch 15 Tage hier, dann verlasse ich mein Amt. Ich will nicht wieder an armenischen Massakers teilnehmen, weil die Zeit kommen wird, nach dem Kriege, dass alle verantwortlichen höheren Personen ins Ausland fliehen müssen.

Und dann wird man uns für diese Massaker verantwortlich machen und uns vielleicht hängen lassen. Welche Unterschrift war unter der Depesche?

Innenminister Talaat Pascha stellt in seinen posthumen Memoiren folgende Behauptungen auf: Als wir in den Weltkrieg eintraten, begannen an der Kaukasusfront im Rücken der türkischen Armee deren Zerstörungsaktivitäten. Brücken wurden gesprengt, türkische Städte und Dörfer in Brand gesteckt, unschuldige Muslime ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht getötet. Sie verbreiteten in allen östlichen Provinzen Tod und Schrecken und bedrohten die rückwärtigen Verbindungen der türkischen Armee.

Alle diese armenischen Banditen fanden bei den örtlichen Armeniern Unterstützung… Jede armenische Kirche diente, das wurde später entdeckt, als Munitionslager. Auf diese illoyale Weise töteten sie die Armenier mehr als Lepsius stellt in seinem Buch vi folgende Zusammenfassung der türkischen Thesen vor: Es sind die Folgenden: Das übrige, was ihm zugeschrieben wird , geht die russische Kriegsführung an.

Kommandanten englischer und französischer Schiffe setzen sich mit Armeniern der Küstenorte in Verbindung Armenier von Zeitun haben den Behörden Widerstand geleistet. Die Führer der türkischen Oppositionspartei zettelten ein Komplott an, in das vier Hintschaken verwickelt waren- Das Komplott wurde vor dem Kriege aufgedeckt. Betonung der rassischen Identität von Tataren und Türken, Verherrlichung des Patriotismus und Wiederherstelung der turanischen Gemeinschaft in den Grenzen des Nazim kurz nach den Massakern von Kilikien von Die Existenz fremder Elemente bietet einen Vorwand für europäische Interventionen.

Dies Elemente müssen mit Waffengewalt türkisiert werden. Leistungen wurden vor allem erbracht in der Landwirtschaft künstliche Bewässerung , in der Eisengewinnung und im Festungsbau, unter dem König Sarduri II.

Die Armenier wurden vor Christus unter dieser griechischen Bezeichnung erstmals erwähnt. Sprachlich dominiert bei den Armeniern das indoeuropäische Element, es gibt aber auch einen Teilwortschatz aus dem Urartäischen. Jahrhundert vor Christus erfreuten sich die Armenier gegenüber Persien einer weitgehenden Autonomie.

Esmdauerte aber nicht lange, dann eroberte der römische Feldherr Lukullus 69 vor Christus die von den Armeniern besetzten Gebiete. Überbringer des Christentums war der arsakidische Fürst Gregor Illuminator. Dieser empfing in Cäsarea die Priesterweihe undmsetzte mit brachialer Gewalt das Christentum durch. Heiden wurden verjagt, eingesperrt, gefoltert oder verbrannt.

Hier entstandie erste christliche Kirche. Das armenische Königtum in West-Armenien konnte sich bis halten. In Ostarmenien blieb die Dynastie der Arschakiden bis an der Macht. Der Geschlechteradel wollte lieber unter fremder Herrschaft leben. Unter König Wramschapuh bis wurde eine neue Buchstabenschrift entwickelt. Sechzigtausend Armenier standen zweihundertfünfzigtausend Persern gegenüber, die Niederlage bei Avarair war für Armenien damit besiegelt.

Im selben Jahr blieben die Armenier dem Konzil von Chalzedon fern und vierzig Jahre später der monophysitischen Lehre treu. Damit entwickelten sie eigene Riten und Traditionen. Jahrhundert drangen die Araber vor und töteten viele Armenier, plünderten Städte und führten viele Überlebende in die Sklaverei ab.

Die adligen Armenier flohen in die Berge und konnten ihren Glauben behalten. Sie waren allerdings steuerpflichtig.

Die Nakharars, so wurden die adeligen Armenier auch genannt, konnten jedoch nicht selten gegeneinander ausgespielt werden und durch Araber ersetzt werden. Byzanz einigte sich mit Bagdad darauf, die armenische Autonomie wieder herzustellen.

Seit regierten die Bagratiden sechzig Jahre lang in Freiheit und Wohlstand. Die Hauptstadt Ani wurde zum Herzen Armeniens. Sie wies 40 Tore angeblich und tausendundeine Kirche vor.

Jahrhundert gab es sieben im Bruderkampf sich befindende armenische Königreiche. Die Unabhängigkeit der Bagratiden endete Es gelang den Griechen, Armenien zu besetzen.

Die Hauptstadt Ani wurde zerstört, das Land unterworfen. Jahrhundert fielen die Mongolen in Armenien ein. Das Gebiet wurde von Bergfestungen im Taurus aus bis zum Mittelmeer ausgedehnt.

Bei den Kreuzfahrern trafen die Armenier auf Sympathie und umgekehrt. Byzanz verbündete sich mit den Türken gegen die nicht-orthodoxen Christen. Viele Armenier wanderten im Das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich. Darstellung und Dokumente, Köln , S.

Geschichte eines Völkermords, Frankfurt am Main, S. Jean Ziegler, Wir lassen sie verhungern. Für das Menschenrecht auf Nahrung, Hamburg o. In Niger gibt es nur wenig Ackerland, nur vier Prozent des Bodens sind nutzbar. Es gibt 20 Millionen Stück Vieh. Die Bewohner werden von den Auslandsschulden erdrückt. Damit wurde der Markt für die multinationalen Konzerne der Tierpharmazie geöffnet. Der Staat hat keine Möglichkeit mehr, die Verfallsdaten von Impfstoffen und Medikamenten zu kontrollieren.

Jetzt müssen die Viehzüchter in Niger die Medikamente zur Behandlung ihrer Tiere zu dem Preis kaufen, der von den multinationalen Konzernen festgesetzt ist. Viele Viehzüchter sind nicht in der Lage, diese Preise zu bezahlen, deshalb werden die Tiere krank und verenden. Bestenfalls werden die Tiere noch vor ihrem Tod zu Billigpreisen verkauft. Auch die Gesundheit der Menschen verschlechtert sich nach dem Verlust ihrer Herden.

Sie beliefen sich auf Seit Mitte der achtziger Jahre, als es eine fünfjährige Dürre zu beklagen gab, hat sich die katastrophale Entwicklung beschleunigt. Die dafür zu zahlende Gebühr an den Staat von Niger ist sehr gering.

Ein Bewässerungssystem für Niger schien nach Weltbank Analysen sinnvoll. Auf dem so gewonnenen Boden könnten jährlich drei Ernten eingebracht werden. Die Selbstversorgung an Nahrungsmitteln sei somit möglich. Der Hunger schien besiegbar. Im Jahr also vor zwölf Jahren — wurden Die Stadt Johannesburg hatte ihre Trinkwasserversorgung an einen multinationalen Konzern verkauft.

Darauf wurde der Wasserpreis massiv erhöht. Viele Bewohner der Armenviertel konnten die hohen Preise nicht bezahlen. Viele mittellose Familien waren gezwungen, sich ihr Wasser aus Bewässerungsgräben, verschmutzten Bächen oder Tümpeln zu holen. Einige Bewohner zogen in Soweto vor das Oberste Gericht. Der Prozess wurde gewonnen.

Die Stadt Johannesburg musste zulassen, das die öffentliche Trinkwasserversorgung zu bezahlbaren Preisen wieder eingeführt wurde. Kommen wir zu Haiti. Grundnahrungsmittel ist der Reis. Anfang der 80er Jahre konnte sich Haiti mit Reis selbst versorgen. Die Bauern waren durch einen Einfuhrzoll von 30 Prozent geschützt.

Der Schutzzoll für Reis wurde von 30 auf 3 Prozent reduziert. Er ruinierte den nationalen Anbau und damit die Existenz von Hunderttausenden Reisbauern. Gleichzeitig brach der lokale Reisanbau ein- von Als sich der Weltmarktpreis von Reis verdreifachte, konnte der Staat nicht genügend Lebensmittel einführen. Wechseln wir nach Brasilien. Dort hat das Programm, Agrotreibstoffe zu produzieren, absolute Priorität. Hier wird in erster Linie der Rohrzucker verwendet, um Bioethanol herzustellen.

Ein vages Ziel besteht sogar darin, in Zukunft einmal Milliarden Liter zu exportieren. Jetzt schon werden dazu Häfen ausgebaut. Die Ausbauflächen für Zuckerrohr sollen auf 26 Millionen Hektar ausgedehnt werden. China kann bis zwanzig Ethanolfabriken in Brasilien errichten. Zuckerrohr sei keine Nahrungspflanze, im Gegensatz zu den Amerikanern werde weder Mais noch Weizen verbrannt.

Das Argument hält Ziegler für nicht stichhaltig. Die Landwirtschaftsgrenze verlagere sich stetig. Das Zuckerrohr dringe in das Innere des kontinentalen Hochlandes vor. Die zunehmende globale Nachfrage bewirkt eine Preissteigerung der Lebensmittel. Auf den Zuckerrohrfeldern wird nur selten der gesetzliche Mindestlohn bezahlt. Die Hersteller von Agrotreibstoffen stellen in erster Linie Wanderarbeiter ein. Häufig sterben die Schnitter und ihre Kinder an Tuberkulose und Unterernährung.

Die Zahl der Landarbeiter ohne Boden beträgt 4,8 Millionen. Wenn die Ernte im Süden beendet ist, müssen die Arbeiter 2. Auch Kinder arbeiten auf den Plantagen. Wer protestiert, wird durch einen gefügigeren Arbeiter ersetzt. Ausverkauf von Boden an multinationale Konzerne Das angeblich marxistische Äthiopien ist hier ein beachtliches Negativbeispiel. Bis haben auch ausländische Investoren neben über 8. Mächtigster Agarinvestor ist der saudische Multimilliardär Al- Ahmoudi.

Er will noch zusätzlich Früher lebten auf seinen Ländereien Kleinbauernfamilien aus dem Volk der Nuer, die mit Waffengewalt vertrieben wurden.

Der Konzern erhielt die Konzession ohne finanzielle Gegenleistung für 99 Jahre. Geplant war die Herstellung von Bioethanol. Auch dort soll Zuckerrohr für die Nutzung von Bioethanol angebaut werden, ein Ausbau auf Der Vertrag wurde mit der Regierung in Freetown geschlossen, die betroffenen Bauern wissen nichts von ihrem Schicksal.

Gegenwärtig beschäftigt das Unternehmen fünfzig Personen zur Beaufsichtigung der Zuckerrohrsprossen und des Manioks. Der Tageslohn beträgt umgerechnet 1,8 Euro. Sie bringen die dem Lebensmittelanbau dienenden Flächen zum Schrumpfen, sie vernichten die bäuerlichen Familienbetriebe und verstärken den Hunger in der Welt. Nach Schätzung der Weltbank sind seit Anfang zusätzlich mindestens 62 Millionen Menschen in das Heer der Unterernährten abgesunken.

Heiner Flassbeck meint dazu: Die restlichen 98 Prozent werden vor dem Fälligkeitsdatum weiterverkauft. Wer mit einer Partie Weizen oder Reis, einer Anzahl Hektoliter Öl etc, handle, müsse gehalten sein, die vereinbarte Ware auch zu liefern. Aktivitäten, die das Verbot der Spekulation mit Grundnahrungsmittel zum Ziel haben: Die Linkspartei in Spanien brachte im Mai einen Gesetzentwurf ein, in dem das Verbot der Börsenspekulation auf Grundnahrungsmittel gefordert wird.

Die Jungsozialisten der Schweiz beschlossen ebenfalls im Mai eine Volksinitiative mit dem Ziel, das Verbot der Börsenspekulation auf Grundnahrungsmittel in die Bundesverfassung aufzunehmen. Die Lage der Ernährung in einem Land, das seit Jahrzehnten planwirtschaftlich funktioniert: Sechs der vierundzwanzig Millionen Nordkoreaner sind stark unterernährt. Zwischen und sind zwei Millionen Menschen den verschiedenen Hungersnöten zum Opfer gefallen.

Anfang gab es riesige Überschwemmungen, die die Reisfelder verwüsteten, die Maul- und Klauenseuche hat den Viehbestand reduziert. In Umerziehungslagern gibt es mehr als An Mangelernährung sterben in den Lagern 40 Prozent der Häftlinge. Dort wurden jährlich Millionen Liter Milch verbraucht. Für die Kleinbauern hatte das die Auswirkung, dass ihre Milchproduktion in fünf Jahren von 2,5 Millionen auf Grund dafür waren die Milchsubventionen der EU, die Milchpulverimporte aus ihr stiegen von 1.

Dies hatte die Weltbank zur Voraussetzung für einen Kredit gemacht. Viele einheimische Bauern in Jamaika zwingen diese Subventionen zum Aufgeben. Von Hähnchenzüchtern in Ghana, die aufgeben mussten, nachdem tiefgefrorene Hähnchenschenkel und -flügel aus der EU den Markt überschwemmten und ihre Preise unterboten.

Die frühere Textilindustrie ganz Afrikas sei gezielt kaputt gemacht worden, ist er überzeugt, durch den Verkauf von Textilien, die hier bei Altkleidersammlungen eingesammelt werden. Es sei eine Frechheit, dass sich das Rote Kreuz, für fünf Cent pro Kilogramm, für die kommerzielle Sammlung über die Altkleidercontainer einspannen lasse, meinte der Referent.

Gegenwärtige Preisentwicklung nach Einschätzung der Weltbank: Massenvernichtung in der Dritten Welt, München Um das zu erreichen, investieren die Fonds zum Beispiel in die dem Index zugrunde liegenden Wertpapiere im gleichen.

Für das Menschenrecht auf Nahrung,. Eine Milliarde Menschen sind aktuell von Hunger und Tod bedroht, und die Angst vor der Armut hat längst Schichten in den westlichen Industrieländern erreicht, die sich lange auf der sicheren Seite eines Wohlstandes wähnten, der sich schon immer auf dem Rücken der Ärmsten aufbaute. Ein Anstieg um einen Prozentpunkt der durchschnittlichen Lebensmittelpreise bedeutet, dass 16 Millionen diese Preise nicht mehr bezahlen können, so die Autorin.

Wie die Weltbank meint, verursachten in Afrika die erhöhten Preise für Nahrungsmittel, dass 30 Millionen Menschen zusätzlich in starke Armut gestürzt wurden. Am stärksten traf es Somalia, wo bis Ende über drei Millionen Menschen Lebensmittelhilfe brauchten.

Sie haben es aber nicht geschafft, ein Tausendstel dieser Summe für die Ärmsten der Welt bereitzustellen, die angesichts der Ernährungskrise dringend Hilfe gebraucht hätten. Man kann davon ausgehen, dass sie für den Anstieg der Lebensmittelpreise mit verantwortlich sind.

Ein renommiertes Institut geht davon aus, dass 30 Prozent des globalen Anstieges von Lebensmittel-preisen aus ihrem Vorhandensein resultiert.

Bis soll der Anteil auf ein Drittel anwachsen. Eine weitere Dimension von Biotreibstoffen lässt sich in Borneo Indonesien nachweisen. Dort werden Urwälder planiert, um riesigen Palmölplantagen Platz zu machen. Zeitgleich verschwinden die Anbauflächen für Lebensmittel. Der Palmölverbrauch hat sich weltweit verdoppelt.

Bislang wurden Margarine oder auch Lippenstifte daraus gewonnen, jetzt ist es Biosprit.